PayPal führt weiterhin keine Zahlung für cubanische Produkte aus
P r e s s e m i t t e i l u n g
des Vorstands 2. November 2011
Wie
das Nachrichtenportal amerika21 meldete, wurde im Streit über die Blockade cubanischer
Waren in Deutschland durch den Online-Bezahldienst PayPal vor dem Landgericht in Traunstein
(Bayern) ein Vergleich erzielt. Demnach hebt PayPal seine Kontosperrung gegen
ein deutsches Unternehmen auf, wird aber weiterhin keine Zahlungen für
cubanische Produkte durchführen.
So erfreulich der
Vergleich für die betroffenen deutschen Unternehmen sein mag, so unfair ist
dies für Cuba, weil deutsche Unternehmen sich dem Diktat der US-Blockade
beugen. Der gerichtliche Vergleich mit PayPal wegen der Weigerung dieser US
Firma, Zahlungen cubanischer Produkte weiterzuleiten, ist ein erster Schritt –
aber nicht ausreichend. Diese Firma handelt gegen europäische Bestimmungen, die
eine Anwendung der US-Blockade gegen Cuba untersagen. In Deutschland und Europa
muss deshalb der Druck auf PayPal erhöht werden. Die EU und ihre
Mitgliedsländer müssen gesetzliche Bestimmungen gegen PayPal anwenden. Die „EU
Blocking Regulation“ ist – wie auch in anderen Staaten wie Kanada – explizit
als Reaktion auf die Verschärfung der US-Blockade gegen Cuba erlassen worden.
Sie verbietet es europäischen Unternehmen, die US-Blockade zu befolgen, und
droht allen, die sich auf die US-Blockade einlassen, mit empfindlichen Strafen.
PayPal muss von den EU-Mitgliedsstaaten bestraft und mit Sanktionen belegt
werden. Erwägenswert wäre auch eine Boykottkampagne gegen PayPal.
Seit nunmehr 50 Jahren
halten die US-Regierungen eine Wirtschaftsblockade gegen Cuba aufrecht, die für
die cubanische Gesellschaft immense ökonomische, soziale und kulturelle Schäden
verursacht. Die US-Blockade wurde kürzlich zum 20sten Mal in der
UN-Vollversammlung gegen 2 Stimmen (USA, Israel) einhellig verurteilt und ihre
Beendigung gefordert. Doch die USA ignorieren diesen Willen der
Weltbevölkerung. Gleichwohl zeigt der erzielte Vergleich mit PayPal, dass sich konkrete
Gegenwehr gegen Unrecht und Willkür internationaler Konzerne lohnen kann.
Wir – das Netzwerk von
über 40 Cuba-Solidaritätsgruppen in Deutschland – protestieren nachdrücklich
gegen diese andauernde imperiale und völkerrechtswidrige Aggression der USA und
ihrer Behörden und Unternehmen. Wir fordern von PayPal, nicht länger als „Online-Rambo“
aufzutreten und die umgehende Einstellung bzw. Rücknahme der Zwangsmaßnahmen
gegen Unternehmen. Wir fordern von deutschen Institutionen die Beendigung der
Anwendung der extraterritorialen US-Handelsblockade gegen Cuba. Wir fordern
von den Institutionen der EU die Durchsetzung der „blocking regulation“.
Für Rückfragen:
Dr. Edgar Göll 0157-8242 1146 und Kristine Karch 0173-5313 777