Pressemitteilung Vorstand des Netzwerk
Cuba 06.02.2012
50
Jahre Blockade gegen Cuba
- 50 Jahre Ungerechtigkeit
- 50 Jahre Verweigerung
einer
eigenständigen Entwicklung
Am
07.02.1962 verhängte die USA die Blockade („Embargo“) gegen Cuba. Anlass war
die Nationalisierung der US-Erdölraffinerien in Cuba. Diese war ein Akt des
Überlebens, verweigerten doch die US-Raffinerien die Verarbeitung sowjetischen
Erdöls, das für die Industrie und die Entwicklung Cubas lebensnotwendig war.
Schon vorher gab es durch die US-Regierung und ihre Geheimdienste unterstützte
unzählige Sabotage-, Terror- und Attentatsanschläge gegen das neue, selbständig
gewordene und souverän handelnde Cuba (z.B. Invasion in der Schweinebucht,
Operation Moongoose). Die USA wollten eine eigenständige Entwicklung Cubas
verhindern und behindern. Das verursacht für die Cubanerinnen und Cubaner bis
heute erhebliche finanzielle, ökonomische, soziale und psychologische Kosten.
In dem Bericht der cubanischen Regierung an
die UN-Vollversammlung im Oktober 2011 wurde festgestellt, dass die Bevölkerung
Cubas durch die US- Blockade bis Dezember 2010 einen wirtschaftlichen Gesamtschaden
in Höhe von über 104 Milliarden US-Dollar erlitten
hat (zu gegenwärtigen Preisen und sehr konservativ berechnet). Unter
Berücksichtigung der Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Gold-Wert auf dem
internationalen Finanzmarkt würden die Auswirkungen auf die cubanische
Wirtschaft mehr als 975 Milliarden US-Dollar betragen.
Hinter
den Kosten verbergen sich massive negative Auswirkungen für die Bevölkerung in allen
Bereichen, am gravierendsten bei Gesundheit, Bildung, Ernährung. Kranke
erhalten z.B. nicht die notwendigen Medikamente oder medizinischen Geräte, bestimmte
Lehrmaterialien können nicht erstellt werden, Forschungsbereiche stagnieren,
weil es keinen Zugang zu Spitzentechnologien gibt.
Im
Juni 2012 wird in Rio de Janeiro die UN-Nachhaltigkeitskonferenz Rio +20 stattfinden,
wo 20 Jahre nach dem wegweisenden „Erdgipfel“ über die Zukunft der
Zivilisation, über Umwelt und Entwicklung diskutiert wird und neue Impulse
gegeben werden sollen. Gerade in diesem Kontext stellt die US-Blockade einen
andauernden, völkerrechtswidrigen Verstoß gegen das Recht auf eigenständige
Entwicklung und Souveränität Cubas dar.
Die
alljährliche fast einstimmige Verurteilung der USA durch die Generalversammlung
der Vereinten Nationen in den letzten 20 Jahren war bislang nur symbolisch, die
US-Regierungen haben diesen Willen der Weltgemeinschaft ignoriert: Die permanente
Verletzung des Völkerrechts durch die USA muss endlich Konsequenzen haben. Hier
muss die UN handeln. Aber auch andere internationale Gremien müssen endlich
aktiv werden. Beispielsweise muss die WTO angemessene Strafzölle gegen die USA
verhängen. Die bisherige Doppelmoral internationaler Politik muss ein Ende
haben.
Deswegen
erneuern wir die Aufforderung an die Bundesregierung, sich in allen
internationalen Gremien und in der EU für das Ende der US-Blockade gegen Cuba einzusetzen
und es nicht zu dulden, dass die Blockade gegenüber deutschen Händlern durch
Firmen wie PayPal durchgesetzt wird.
Für Rückfragen: Kristine
Karch 0173/5313777