Abschlusserklärung des „8. Internationalen Kolloquiums

zur Befreiung der Cuban 5 und gegen den Terrorismus“

Zum 8. Mal treffen wir uns in der beliebten Stadt Holguin, die uns trotz der harten Schläge, die ihr der Hurrikan Sandy wie auch mehreren Verwaltungskreisen der Provinz versetzt hat, ihre Türen geöffnet hat, damit wir, die solidarischen Freunde aus der ganzen Welt, unsere Erfahrungen austauschen und neue Aktionen planen können in diesem riesengroßen Kampf um das Leben, die Freiheit der fünf Patrioten und für den Frieden und gegen den Terrorismus.

Nach 14 Jahren ungerechter Gefängnishaft befindet sich die Situation unserer fünf Brüder jetzt in einer entscheidenden Phase. Am kommenden 12. September werden sie 15 Jahre Gefangene des Imperiums sein – als Rache an dem kubanischen Volk, weil es frei und unabhängig sein will.  Noam Chomsky, der bedeutende  US-amerikanische Sprachwissenschaftler, hat vor einigen Jahren gesagt: „Die Situation der Fünf stellt einen solchen Skandal dar, dass es schwer ist, davon zu sprechen.“ Der Skandal besteht in der absoluten Straffreiheit, die die verschiedenen Regierungen der USA den Terroristen in ihrem Stützpunkt Miami zugestehen, und gleichzeitig in den brutalen Strafen für diejenigen, die ihre Verbrechen zu verhüten versucht haben. Jetzt, nach fast fünfzehn Jahren ihrer Verhaftung, hat diese kolossale Ungerechtigkeit schon nicht zu tilgende Spuren in den Fünf und ihren Familien hinterlassen.

Die Rechtsmittel sind beinahe aufgebraucht, die von der Verteidigung eingebrachten Berufungen, Anträge, Gesuche auf Habeas corpus und eidesstattlichen Erklärungen bleiben weiterhin ohne Beantwortung seitens jener Richterin, die sie verurteilt hat.

Angesichts des unerbittlichen Zeitablaufs fragen wir uns mit tiefer Besorgnis: Welche werden die Folgeerscheinungen für die körperliche und geistige Gesundheit der Fünf und ihrer Familien sein, nach so vielen Jahren der Bestrafung? Fernando ist zusammen mit 10 Häftlingen in einer Zelle untergebracht, ohne auch nur Platz für die Aufbewahrung seiner persönlichen Habseligkeiten, Bücher und Korrespondenz zu haben, er würde am 27. Februar 2014 freigelassen werden. Bei seiner Verhaftung war er 35 Jahre alt, jetzt ist er schon 49. René, der sein ungerechtes Strafmaß bis zum letzten Tag, dem 7. Oktober 2011, verbüßen musste, hat das erste Jahr seiner neuen Strafe von 3 Jahren “überwachter Freiheit” hinter sich. Diese zusätzliche Zeit wurde ihm auferlegt,weil er in den USA geboren ist. Diesen Euphemismus verwendet die Regierung als Bestrafung für René, da er nicht bereut hat, die kriminellen Organisationen mit Stützpunkt in Miami überwacht zu haben, um Attentate gegen sein Volk zu verhindern.

Im Juni dieses Jahres hat René seinen geliebten Bruder Roberto verloren, einen glänzenden Verteidigungsanwalt, dessen Andenken wir auf diesem Kolloquium Ehrerweisung bezeugen und der unter den solidarischen Freunden dieser Sache immer gegenwärtig sein wird. René konnte weder an der Beerdigung seines Bruders teilnehmen, noch seinen Eltern in einem so traurigen Augenblick beistehen. Auch ist es ihm unmöglich, in seiner ungerechten Gefangenschaft die Unterstützung seiner Ehefrau Olga zu erhalten, da die USA ihr weiterhin das Visum für einen Besuch bei ihm verweigern.


Sein Leben läuft Gefahr, da er gezwungen ist, in Florida zu leben, dem Sitz der von ihm angezeigten Terroristen-Gruppen. Für René endet sein ungerechter Status der „Freiheit unter Aufsicht” am 7. Oktober 2014 und er wird an diesem Tag ein freier Mann sein. Er wurde verhaftet, als er 42 Jahre alt war. Jetzt ist er 56 und gerade Großvater eines wunderschönen Knaben geworden, den er nur von Fotos kennt und auch nicht hat umarmen können.

Antonio würde seine Freiheit am 18. September 2017 erlangen, und aus den gleichen absurden Gründen wie bei René werden sie ihm weitere 5 Jahre überwachte Freiheit aufbürden. Tony war 40 Jahre alt bei seiner Verhaftung. Er ist inzwischen 54. Sein Sohn Tonito hat gerade geheiratet, seine Mutter Mirta ist 80 geworden und klopft weiter an alle Türen auf der ganzen Welt, um die Freiheit von Tony und seiner 4 Kampfesbrüdern zu erlangen.
Ramón, inhaftiert mit 35 Jahren, ist heute 49. Seine jüngste Tochter Lizbeth war erst ein Jahr und sieben Monate alt, als ihr Vater verhaftet wurde, im Februar ist Lizbeth 15 geworden. Ramón würde am 30. Oktober 2024 freigelassen werden. Gerardo war 33 Jahre alt bei seiner Verhaftung, heute ist er 47. aufgrund dieser ungerechten Gefängnisstrafe hat er bis jetzt noch keine Kinder. Die Vereinigten Staaten verweigern weiterhin seiner Ehefrau Adriana das Visum – notwendig, um ihn im Gefängnis zu besuchen. Für Gerardo, den jüngsten und am härtesten Bestraften der Fünf, gibt es kein Datum zur Rückkehr. Die zwei lebenslänglichen Freiheitsstrafen seiner ungerechten Verurteilung werden dazu führen, dass er für den Rest seines Lebens im Gefängnis bleibt.

Das Rückkehrdatum für Gerardo sollte, ebenso wie das für seine vier Kampfesbrüder, eben jenes “Geschworenenkollegium der Millionen” für sie festlegen, das – in den Worten von Gerardo selbst – die Internationale Solidarität verkörpert. Die Aktionen zu vervielfältigen, sie zu koordinieren und ihre Verbindungsmechanismen zu verbessern, das werden die Schlüssel für die bessere Nutzung der enormen Aktionsfähigkeit der Komitees auf der Welt sein.

Wir, die 350 Delegierten aus 40 Ländern, die am. 8. Internationalen Kolloquium für die Freiheit der Fünf und gegen den Terrorismus teilnehmen, rufen dazu auf:

1. Die Aktionen in den USA weiter zu intensivieren und dabei die Forderung an den kürzlich gewählten Präsidenten Obama darauf zu konzentrieren, dass er aufgrund seiner ihm von der Verfassung verliehenen Befugnisse die Fünf freilässt und sie ohne jegliche Vorbedingungen nach Kuba zurückschickt. Die Anwälte der Verteidigung bei den eingelegten Rechtsmitteln wie dem Habeas corpus zu unterstützen und dies auch bei dem von Martin Garbus eingebrachten Antrag, das gegen die Fünf geführte Gerichtsverfahren für verfassungswidrig zu erklären, zu tun. In diesem Sinne schlagen wir die Durchführung von Foren, Debatten und Konferenzen mit Juristen sowohl in den USA als auch überall auf der Welt vor.

2. Zum zweiten Mal die Tage der Anprangerung und Solidarität „5 Tage Aktionen für die Fünf in Washington DC“ durchzuführen, und dies begleitet von Aktionen jeder Art, Demonstrationen vor den Botschaften der USA in allen jenen Ländern, wo es Komitees für die Fünf und mit der Kubanischen Revolution solidarische Freunde gibt. Die Plakate Obama Give me Five in jedem Land anzupassen und während jener Tage einen allgemeingültigen Aufkleber zu machen.

3. Die Arbeit der „Internationalen Kommission für das Recht auf Familienbesuch” wieder aufzunehmen, um von Obama für Olga und Adriana die Visa zu fordern, damit sie, sobald diese freigelassen werden, ihre Ehemänner, Gefangene der USA, besuchen können. Der Kommission gehören 150 Persönlichkeiten aus 27 Ländern an, darunter zwei Friedensnobelpreisträger. Es ist erforderlich, dass aus jedem Land, wo es Mitglieder der Internationalen Kommission gibt, Briefe an das State Department und das Justizministerium geschickt werden. Als erste Handlung schlagen wir das Entsenden eines Schreibens an die First Lady Michelle Obama vor, mit Abschrift an die Außenministerin und den Generalstaatsanwalt, und zwar im Namen der am Internationalen Treffen der Mütter und Frauen für die Freiheit der Fünf in Holguin teilnehmenden Frauen.

4. Die Arbeit mit Parlamentariern der ganzen Welt auszubauen, um solch eine wirksame Erklärung des Europäischen Parlaments und der Parlamente von Lateinamerika zu erreichen, die an den Kongress der USA und an Präsident
Obama gerichtet ist.

5. Die Aktionskampagne des jeweiligen 5. Tages im Monat fortsetzen, mit Entsendung von E-Mails an die Website des Weißen Hauses, mit Anrufen und Entsendung von solchen Schreiben von Persönlichkeiten, die anprangern, dass
fünf Unschuldige in den Gefängnissen der USA eingesperrt sind. Möglichst erreichen, dass aus jedem Land eine Persönlichkeit am 5. jedes Monats an Obama schreibt und dies veröffentlichen, damit jeden Monat neue Stimmen zur Kampagne hinzukommen.

6. Die Gewerkschafter von Europa und Lateinamerika darum ersuchen, dass sie mit Ihresgleichen in den USA zusammenarbeiten. Ebenso die Gläubigen der verschiedenen Kongregationen, Glaubensbekenntnisse und Religionen.

7. Weiterhin die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter, Blogs und alternativen Medien zu nutzen. So, wie es seit 2006 angeprangert wird, weiterhin daraufhinzuweisen, dass seitens der US-Regierung an zahlreiche Journalisten
verschiedener Medien von Miami Zahlungen zur Manipulierung der öffentlichen Meinung gegen die Fünf erfolgt sind.

8. Die Jugend, die Gesamtlateinamerikanische Studentenorganisation OCLAE und des Weltbundes der Demokratischen Jugend dazu aufzurufen, sich mit einer Tagesordnung eigener Initiativen in die internationalen Foren einzubringen, an denen sie teilnehmen, besonders an dem 18. Festival der Jugend und Studenten, das 2013 im Bruderland Ecuador in der Stadt Quito stattfinden wird. Den jungen Menschen die Organisation von Konzerten während der Internationalen Solidaritätsveranstaltungen zum 12. September vorzuschlagen. Zu solchen Aktionen gratulieren und ermuntern, wie jener von fünf jungen lateinamerikanischen Ärzten, Abgängern der Lateinamerikanischen Medizinschule ELAM, die seit dem 17. Juli auf dem Motorrad Lateinamerika bereisen, um die Aufmerksamkeit auf den Fall der Fünf zu lenken und mehr Solidarität zu verlangen.

9. Um die Unterstützung von Intellektuellen und Künstlern bitten bei der Realisation von audiovisuellen Botschaften, die über soziale Netzwerke und andere Kommunikationskanäle verbreitet werden. Im höchsten Grade die kulturellen
Ausdrucksformen von bildender Kunst, Literatur, Filmkunst, Theater und Tanz zu nutzen. Veranstaltungen auf Landesebene und internationale Events durchzuführen, die verschiedene kulturelle Ausdrucksformen beinhalten, welche die Freiheit der Fünf fordern.

10. Die Auslieferung von Luis Posada Carriles an die Bolivarianische Republik Venezuela verlangen; die Auflösung solcher terroristischer Organisationen mit Sitz in Miami zu fordern wie Hermanos al Rescate, Cuban American National Foundation, Movimiento Democrático und anderer mit einer langen kriminellen Vorgeschichte. Fortzufahren, die terroristischen und destabilisierenden Aktionen der USA gegenüber Kuba, den ALBA-Ländern und Lateinamerika anzuprangern.

11. Die Möglichkeit zur Durchführung der 1. Internationalen Gesprächsrunde für die Freiheit der Fünf und gegen den Terrorismus in Washington DC zu analysieren.


An alle Freunde,
die Vorstellung ist unerträglich, dass nach vierzehn Jahren ungerechter Gefängnishaft für Fünf Unschuldige diese Haft andauern soll. In jedem ehrlichen Mann, jeder ehrlichen Frau und jedem ehrlichen jungen Menschen der Welt, die hart für ihre Freiheit kämpfen, liegt der Schlüssel, um die Rückkehr der Fünf zu erreichen.

Für Gerardo, Ramón, Antonio, Fernando und René werden wir ohne Pause weiterarbeiten, um zu fordern:

Sofortige bedingungslose Freiheit!
Holguín, Kuba
30. November 2012
“Jahr 54 der Revolution”

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