Abschlusserklärung Cuba Kongress 1992
Großer Erfolg des Kongresses "Solidarität mir
Cuba" am 23- Mai 1992 in Bonn-Bad Godesberg
Am Samstag, dem 23.3.1992, fand in der Stadthalle
Bonn-Bad Godesberg der Kongress
"Solidarität mit Cuba! Schluß mit der
Blockade durch USA, EG und BRD!"
statt. Trotz des hochsommerlichen Wetters nahmen
l.130 Teilnehmer - wie aufgrund der Anzahl der verkauften Karten genau bekannt
ist - konzentriert neun Stunden an dem Kongreß teil und verabschiedeten dann
die folgende Abschlusserklärung.
Wir, Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Kongreß
"Solidarität mit Cuba! Schluß mit der Blockade durch USA, EG und
BRD!" am 2. Mai 1992 in Bonn, erklären:
Das cubanische Volk hat durch seine Revolution in
einem Land der Dritten Welt Enormes erreicht, insbesondere bei der Verwirklichung
der Menschenrechte auf Nahrung, Gesundheit, Wohnung, Bildung, Ausbildung,
Entwicklung, soziale Gerechtigkeit. Dem zollen selbst liberale bis konservative
Politiker Bewunderung wie Robert MacNamara, Hernando de Soto oder der
brasilianische Staatspräsident Fernando Collor de Mello, der Ende März vor
Journalisten erklärte, kein Land der Welt habe in der Gesundheitsversorgung und
der Erziehung das cubanische Niveau erreicht. Das cubanische Volk hat außerdem
immer wieder seine internationale Solidarität unter Beweis gestellt. Seine
Ärzte, Lehrer und Techniker arbeiten in anderen Ländern der Dritten Welt,
Verfolgten und Verletzten aus ganz Lateinamerika gewährte und gewährt es
Zuflucht; Tausende von strahlengeschädigten Kindern aus Tschernobyl fanden und finden
dort medizinische Betreuung. Cuba ist deshalb eine wichtige Referenz für andere
Länder der Dritten Welt, gegen die wachsende Verelendung von Dreivierteln der
Menschheit in der kapitalistischen neuen Weltordnung.
Doch die Lage in Cuba ist dramatisch. Seit mehr
als 30 Jahren erhalten die USA ihre staatsterroristische Blockade aufrecht, ja
haben sie gerade in den letzten Wochen weiter verschärft. Der Handel mit den
bisher weitaus wichtigsten Handelspartnern UdSSR und osteuropäische Staaten ist
fast zum Stillstand gekommen. Die EG verweigert jede Kooperation. Die
Bundesregierung führt die Verträge Cuba-DDR nicht weiter. Die Versorgung der
Bevölkerung ist daher gefährdet, die Lieferung von Energie und Rohstoffen
praktisch zum Erliegen gekommen.
Cuba soll durch wirtschaftliche Strangulierung,
bewaffnete Subversion, ja ggf. offene militärische Intervention wieder in den
zentralamerikanischen Hinterhof der USA eingemeindet werden. EG und BRD
unterstützen die USA, um Cuba, aufbauend auf der alltäglichen Desinformation
fast aller Medien, in einer weltweiten Atmosphäre der Gleichgültigkeit
politisch zu isolieren und zum Abschuß freizugeben.
Gerade in dieser bedrohlichen Situation versichern
wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Cuba-Solidaritäts-Kongress, Cuba
unserer umfassenden politischen und materiellen Unterstützung und beharren
darauf, das Recht des cubanischen Volkes und seiner Regierung auf Entwicklung
und auf eine eigene Entwicklung einzufordern. Unsere und vieler anderer
internationale Solidarität muß dem cubanischen Volk einen Freiraum zur
schöpferischen Fortentwicklung des Erreichten eröffnen!
Deshalb fordern wir:
- die unverzügliche, bedingungslose Aufhebung der
von EG und BRD unterstützten, völkerrechtswidrigen US-Wirtschaftsblockade
- die sofortige Beendigung aller Sanktionen gegen
Unternehmen und Regierungen weltweit, die mit Cuba zusammenarbeiten
- den Abzug aller US-Truppen aus Guantanamo
- Schluß mit ClA-unterstützter, bewaffneter
Subversion und Terroraktionen gegen Cuba, keine offenen US-Militäraktionen
- die Erfüllung oder Fortführung der Verträge
Cuba-DDR durch die BRD
- keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten
Cubas, auch nicht durch Instrumentalisierung der sogenannten
"Menschenrechte" zur ausschließlich gegen Cuba geschwungenen Waffe
- weder US-Hinterhof-Politik in zentral- und
Lateinamerika noch kapitalistische "neue Weltordnung"
Wir rufen alle, für die Solidarität auch weiterhin
ein grundlegender Wert bleibt, auf, sich für Cuba politisch und materiell zu
engagieren.
Wir rufen alle, die sich als Person oder
Organisation als Freunde Cubas verstehen, auf, durch breite Gegeninformation
dazu beizutragen, die von den Herrschenden betriebene Isolierung Cubas zu
durchbrechen.
Cuba hat viele Freundinnen und Freunde in der
Welt, in Lateinamerika und anderswo. Auch in der EG und der BRD müssen wir die
Solidarität gegen die zunehmenden Angriffe auf Cuba verstärken. Deshalb fordert
der Kongreß den Trägerkreis auf, in Zusammenarbeit mit den Initiativen der
Cuba-Solidarität eine "Infostelle Cuba" aufzubauen, um eine raschere
Verbreitung von Informationen aus und über Cuba sowie über die jeweiligen
Aktivitäten innerhalb der Cuba-Solidarität zu erreichen.
aus: Reader zum Cuba - Kongreß 23.05.1992 Bonn, Hrsg. von Dorothee Piermont für die Regenbogenfraktion des Europäischen Parlaments in Zusammenarbeit mit dem Trägerkreis der Cuba-Kongresses, Bonn, 1992