Entwicklungen in den Beziehungen zwischen der EU und Cuba
Der "Gemeinsame Standpunkt"
zielt auf einen Systemwechsel in allen Bereichen der cubanischen
Gesellschaft, bzw. er macht einen solchen als Bedingung für
gleichberechtigte, „normale“ Beziehungen zwischen der EU und Cuba und
ist von daher unannehmbar für die cubanische Seite.
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Nach der Verurteilung von 75 Konterrevolutionären im Frühjahr 2003 in
Cuba beschloß die EU wiederum auf Initiative von Aznar Sanktionen gegen
Cuba und es kam zu einer Eiszeit in den Beziehungen.
Nach der Wahl von Zapatero zum Ministerpräsidenten in Spanien gab es
seitens der EU die ersten Signale in Richtung Cuba zu einem Aufweichen
der Sanktionen, die dann zu deren Beendigung im Jahr 2008 geführt haben.
Eine treibende Kraft in dieser Entwicklung war und ist der EU-Kommissar
für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, Louis Michel.
Es war auch Louis Michel, der sich bei seinem letzten Besuch in Cuba, im März dieses Jahres dafür aussprach, den "Gemeinsamen Standpunkt" fallen zu lassen.
Vor allem gegen diese Meinung, aber auch gegenüber einem weiteren
Annäherungskurs der EU gegenüber Cuba gibt es aber in der EU starke
Widerstände, vor allem aus den Reihen der ost- und nordeuropäischen
Länder.
So, wie der neue Kurs der EU auch an der prinzipiellen negativen
Haltung der EU gegenüber Cuba nichts ändert. Nur muß die EU den
geänderten politischen Bedingungen vor allem in Lateinamerika Rechnung
tragen (so wie Obama das jetzt auf dem Amerikagipfel auch machen mußte):
Das Kräfteverhältnis hat sich nach links verschoben und Cuba spielt
heute in Lateinamerika (und nicht nur dort) eine andere Rolle, es ist
nicht mehr isoliert, sondern genießt wachsendes Ansehen.
In den vergangenen Jahren gab es verstärkte Bemühungen seitens der
europäischen Solidaritätsbewegung, eine Verbesserung der Beziehungen
zwischen der EU und Cuba zu erreichen.