ARTE: Dienstag, 29. November 2011 um 22.00 Uhr
Havana-Miami
(Frankreich, 2009, 60min)
Regie: Rodrigo Vázquez
Wiederholungen: 03.12.2011 um 05:00 / 16.12.2011 um 05:00
Auf
einer Seekarte liegen die beiden Städte Havanna auf Kuba und Miami im
US-Bundesstaat Florida ganz nah beieinander. Mit einer Breite von nur 90
Kilometern trennt die Floridastraße genannte Meerenge die beiden
Metropolen und doch scheidet sie Welten. Die Dokumentation hat junge
Menschen in Havanna und Miami besucht und zeigt die Veränderungen, die
in beiden Städten stattfinden.
In
Havanna auf Kuba sind die revolutionären Zeiten vorbei, und in der
amerikanischen Metropole Miami ist die Anti-Castro-Bewegung längst
verebbt. Manchmal nennen die Kubaner die breite Uferpromenade Havannas
scherzhaft "Malecón 90". Dabei ist Malecón der Name der Küstenstraße,
und die Zahl 90 gibt in Kilometern die Entfernung an, die die kubanische
Hauptstadt an dieser Stelle vom amerikanischen Bundesstaat Florida
trennt. Das jahrelange Embargo und die grausamen Auseinandersetzungen
zwischen den USA und Kuba sprechen der räumlichen Nähe allerdings Hohn.
In
seiner Dokumentation "Havanna - Miami" zeichnet Filmemacher Rodrigo
Vázquez das Porträt einer neuen kubanischen Generation. In Miami trifft
er eine Balletttänzerin, die gerade mit ihrer Familie in die USA
eingewandert ist, und eine junge Businessfrau, die mit ihrer
Zigarrenfirma der Familientradition treu bleibt. In Havanna begegnet er
einer frischgebackenen jungen Mutter und einer Studentin aus
wohlhabendem Elternhaus. Die Schicksale der Protagonisten kreuzen sich
über die Floridastraße hinweg und erzählen die geheimnisvolle Geschichte
eines kubanischen Lebensgefühls im Zeitalter verschwimmender Grenzen.
Die Dokumentation schildert eindrücklich, was sich auf Kuba und bei
seinem großen amerikanischen Nachbarn derzeit alles verändert.
Während
der Zusammenarbeit mit lokalen Drehteams im Rahmen der 2010 von ARTE
veröffentlichten Webdoku "Havanna-Miami: Die Zeiten ändern sich"
verbrachte das Filmteam viel Zeit auf Kuba und konnte so einen
authentischen, intimen Einblick in das Leben der Protagonisten gewinnen.