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LIEBE FREUNDE,

es ist uns eine aufrichtige Freude, über das Thema der Solidarität in einer nicht solidarischen Welt sprechen zu können. Eine Welt, die im Rahmen einer international politischen und wirtschaftlichen Ordnung, immer ungleicher und ungerechter wird. Diese Ordnung ist tatsächlich unhaltbar.

Die Ungleichheiten zwischen entwickelten Ländern und nicht Entwickelten und zwischen Reichen und Armen nehmen in jedem Land zu.

In der Dritten Welt erreicht die extreme Armut die Zahl von 1,2 Mrd. Personen. Der Einkommensunterschied zwischen den reichsten und den ärmsten Ländern ist heute 74 Mal höher. Die drei reichsten Personen der Welt besitzen Aktiva, die gleichwertig mit dem Bruttoinlandsprodukt der 48 ärmsten Länder sind. Im Jahre 2001 gab es: 826 Mio. Personen mit Hunger; 854 Mio. Analphabeten (Erwachsene). 325 Mio. Kinder, die nicht in die Schule gegangen sind. 2 Mrd. ohne wesentliche Medikamente. Nicht weniger als 11 Mio. Kinder, die noch nicht 5 Jahre alt sind, sterben jedes Jahr wegen vermeidbaren Krankheiten.

Der Neoliberalismus, der 20 Jahre lang in Lateinamerika und fast in der ganzen Welt implantiert wurde und der Anfang der 90er Jahre an uns verkauft wurde wie die Panazee, die unsere wirtschaftlichen Probleme lösen würde, zeigt schon seine Unfähigkeit für die Entwicklung von unseren Ländern und für die soziale Gerechtigkeit, die unsere Völker brauchen und verdient haben.

Die Verschuldung in Lateinamerika und in der Karibik nimmt zu. Mitte der 80er Jahre waren es 350 Mrd. USD. Jetzt übertrifft sie die 700 Mrd. Die offizielle Hilfe für die Entwicklung ist fast null und Lateinamerika ist die Region der Welt mit der regressivsten Verteilung der Einkommen. Der Traum der "glücklichen Globalisierung" nimmt den Weg des Alptraums der extremen Armut, der zügellosen Spekulation und der Unlenkbarkeit. Man kann das bestätigen, wenn man die schwere Situation von vielen lateinamerikanischen Republiken sieht. In diesem Kontext setzen die Vereinigten Staaten die ALCA weiter in Bewegung. Und das bedeutet mehr Neoliberalismus, mehr Arbeitslosigkeit und mehr soziale Probleme.

Die ALCA ist die extreme Anwendung des gleichen neoliberalen Musters, das sich in den letzten Jahren mit schlechten Ergebnissen für die Länder des Kontinentes durchgesetzt hat . Sie ist die absolute Garantie von riesigen Nachteilen für die kooperativen Interessen des Kapitals; sie ist die Restriktion der Souveränität über die wirtschaftliche Politik und vermeidet den Wettbewerb der europäischen und der asiatischen Investitionen auf dem Kontinent. Vor dieser wirklichen Gefahr gibt es für unsere Länder keine andere Alternative als die Einigkeit, oder sie werden als unabhängige Staaten sterben.

Die Welt hat sich verändert seit den abscheulichen Ereignissen in den USA am vergangenen 11. September. Alle Nationen verurteilten dieses Verbrechen, Kuba ist eins der ersten Länder, dass das gemacht hat. In diesem Augenblick haben wir alle mögliche materielle Hilfe angeboten. Die amerikanische Verwaltung hat den gerechten Kampf gegen den Terrorismus zugunsten seiner politischen und vorherrschaftlichen Interessen kapitalisiert. Sie hat sich in den Krieg in Afghanistan geworfen und sie hat Alliierte durch Überzeugung, Unterwürfigkeit oder mit Gewalt rekrutiert, in diesem Krieg sind schon mehr unschuldige Opfer gestorben, als an diesem Unglückstag. Die USA ist die einzige Weltmacht, man kann sie nicht stoppen. Die amerikanische Verwaltung ignoriert die Vereinten Nationen; sie ist Staatsanwalt, Richter und Henker von allem, was in diesem Universum passiert, von der Bewertung der Demokratie in jedem Land bis zur Achtung der Menschenrechte.

Neulich hat sich der Präsident Bush auf eine Achse des Bösen bezogen, die Nordkorea, Iran, Irak als terroristische Länder einschließt. Später hat die amerikanische Staatsabteilung eine Liste mit allen Ländern, die den Terrorismus fördern, in der ganzen Welt veröffentlicht und verbreitet. Die Liste hat Kuba eingeschlossen. Danach hat ein Unterstaatssekretär des Staates die Welt angelogen: Er behauptete, Kuba baue vielleicht biologische Waffen für die Massenvernichtung.

Am vergangenen 20 Mai hat der amerikanische Präsident zwei Reden über Kuba gehalten, eine in Washington und die andere in Miami. In beiden war er beleidigend, lügenhaft und drohend unserem Volk gegenüber. Er versprach die Aufrechterhaltung und die Verstärkung der Blockade, bis Kuba auf ihr sozialistisches Regime verzichtet und sich der amerikanischen Einmischung unterwirft. In einer anderen Rede während der Feierlichkeiten von West Point hat Bush deutlich gesprochen: Die USA haben das Recht, jedes Land, das nicht mit den amerikanischen Interessen zusammen arbeitet, ohne vorherige Mitteilung anzugreifen. Der Kampf gegen den Terrorismus ist dabei der größte Vorwand. Welche Schlussfolgerungen können wir ziehen? In dem Moment, wo diese Zeilen geschrieben werden, ist der Krieg gegen Irak schon im Gange. Kann der gestoppt werden? Was kommt später? Als Antwort auf diese Drohungen haben im vergangenen Juni mehr als 9 Mio. Kubanern in einem Marsch ohne Präzedenzfall ihre Unterstützung für die Revolution gezeigt und wir beantragten bei der Nationalversammlung die Ratifizierung des Vorschlages der konstitutionellen Reform; diese schließt die Bestätigung des Sozialismus als unwiderrufliches System und das Verbot der Verhandlungen mit einer ausländischen Großmacht basierend auf Druck und Drohungen, ein.

Es ist ironisch, wenn es nicht tragisch wäre, dass Kuba in der Liste der Länder, die den Terrorismus fördern, eingeschlossen ist. Kuba ist länger als 40 Jahre von terroristischen Gruppen der kubanischen Mafia in Miami angegriffen worden und diese schmutzigen Aktionen haben unserem Land mehr als 3500 Opfer gekostet. Die Liste wurde von der Staatsabteilung (der USA) erstellt.
Viel schlimmer: 5 infiltrierte junge Kubaner, die in diesen terroristischen Gruppen arbeiteten, um mehr Schmerz an unserem Volk zu vermeiden, wurden als Spione verurteilt, weil sie angeblich die nationale Sicherheit der USA gefährdeten; ohne Beweise wurden sie zu Lebenslang verurteilt. Diese monströse Ungerechtigkeit, die nur in den Wahlspielen in diesem Land, vor allem in Florida, und in dem bis jetzt starken Einfluss der kubanischen Mafia ihre Erklärung findet, muss früher oder später repariert werden.

Kuba hat sich in einem schweren globalen Kontext entwickelt; jetzt mit einer aggressiveren und feindseligeren amerikanischen Verwaltung, wenn man dass so sagen darf. Realistische und gemäßigte Meinungen erscheinen in politischen, kommerziellen, religiösen und sozialen Kreisen in den USA. Sie fordern ein Wechsel in der Politik in bezug auf Kuba, eine Politik für die Normalisierung der Beziehungen. Präsident Bush hört auf diese Meinungen nicht. Er droht jedem Vorschlag in diese Richtung Einspruch einzulegen, auch wenn der aus dem Kongress kommt.

Man hat mit der gewaltigsten Einkreisung versucht, den souveränen Willen einer Nation zu annullieren. Trotzdem sind wir in den verschiedensten Bereichen vorwärts gegangen.
Die gute Arbeit, die unser Volk in dem wirtschaftlichen Bereich geleistet hat, verursachte den allmählichen Wiederaufbau der Wirtschaft. Das ist eine Bestätigung dafür, dass man mit wenigen Mitteln viel aufbauen kann, wenn die gut genutzt werden, und wenn es in der Regierung keine Korruption gibt. Die Zunahme in der Gewinnung von Erdöl und Gas, der Zuwachs des Tourismus, die interne finanzielle Stabilisierung, die wir bis jetzt erreicht haben, das Wachstum von wichtigen industriellen Tätigkeiten wie die Gewinnung von Nickel und die Produktion von Zement, Stahl, etc sind Beispiele dafür.

Es ist wichtig zu sagen, dass die Wirtschaft seit 1995 eine positive Entwicklung gehabt hat. Aber das Wachstum, das wir bis jetzt erreicht haben, und die Zunahme der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sind noch nicht genug für das Ausgleichen der negativen Entwicklungen der ersten Jahren in den 90er und auch nicht für die Folgen der Blockadepolitik der Vereinigten Staaten. Die Schäden, die länger als 40 Jahre von der Blockade verursacht wurden, betragen 70 Mrd. USD. Dazu kommen erstens: negative und ungünstige Änderungen des Klimas, z. B. der Orkan Michelle, der Schäden im Wert von 1,8 Mrd. USD verursacht hat, und zweitens: die niedrigen internationalen Preise für Zucker und Nickel, unsere wichtigsten Exporte. Trotzdem bleibt in diesem Jahr die Prognose des Wachstums von 3% fest.

In dem sozialen Bereich wird heutzutage in Kuba eine andere Revolution in der Revolution durchgeführt, vor allem in dem Bildungswesen. In allen diesen Jahren hat unser Volk das Erziehungssystem und die Kultur in massiver und vollständiger Form durchgeführt. Dazu kommen seine ständige Mobilisierung und seine Beteiligung in den wichtigsten Bereichen. Unser Volk kämpft für die Gewährleistung und die Fortsetzung von seinen Zielen; wir verzichten nicht auf sie. Das Volk vergisst den Satz von unserem Nationalheld José Martí nicht. Er hat gesagt: "Man muss gebildet sein, um frei zu sein". Dieser Satz bereichert sich, wenn Fidel sagt: "Ohne Kultur gibt es keine Freiheit".

In unserem Land gibt es mehr als 70 Programme in sehr wichtigen Bereichen wie dem Bildungswesen, der Kultur, dem Gesundheitswesen, und der Sozialfürsorge. Es gibt neue Schulen für die Ausbildung von Lehrern, Krankenschwestern, Kunstlehrern und Sozialarbeitern. Die technischen Mittel für das Bildungswesen werden überall angewendet. Jedes Klassenzimmer hat einen Fernsehapparat und ein Videogerät. Man kann schon in der Grundschule Computer lernen. Alle Schulen des Landes werden mit Strom versorgt. Es gibt einen neuen nationalen erzieherischen Fernsehkanal und tägliche Fernsehprogramme mit nationalen und internationalen Informationen. In der Hauptstadt wurden 780 Grund- und Sekundärschulen für den neuen Schulkurs gebaut oder total renoviert. In den Grundschulen werden die Klassenzimmer maximal 20 Schüler haben.

Mit dieser gigantischen Bemühung in so sensibeln Bereichen für die Qualität des Lebens, versuchen wir unsere Gesellschaft zu vervollkommnen. Wir möchten unser Land in eine gerechtere, kultiviertere und bessere Gesellschaft verwandeln.

Es wäre sehr anstrengend, alle Sachen zu erwähnen, die heutzutage gemacht werden. Aber wir sind davon überzeugt, dass der Mensch des 21 Jahrhunderts eine breite Information von den Vielfältigkeiten dieser Welt und eine solide vollständige Kultur haben soll.

Die Solidarität der Völker begleitet uns. Sie wächst und kommt aus den 5 Kontinenten. Heute gibt es mehr als 1700 Vereine und Freundschaftsgruppen in 130 Ländern. Trotzt der Ereignisse am 11. September und der wirtschaftlichen Lage der Welt, gibt es immer mehr Gruppen- und Solidaritätsbrigaden. Viele effektive Solidaritätsveranstaltungen mit Kuba haben in Lateinamerika statt gefunden, vor allem in México, Argentinien, Uruguay, der Dominikanischen Republik und Chile; sie haben eine wichtige Rückwirkung in der nationalen und internationalen Presse gehabt. Mehr als 15000 Personen demonstrierten als die Regierung von Uruguay den kubanischen Botschafter ausgewiesen hat. Die politische Vendetta von den Vereinigten Staaten hat sich noch einmal in dem Ausschuss für Menschenrechte der UNO in Genf mit der Unterstützung von verschiedenen lateinamerikanischen Ländern vollendet. Ausnahme waren Ecuador, Brasilien und Venezuela. Die ganze Kraft des Imperiums bekommen jedes Jahr die Regierungen der Länder des Ausschusses zu spüren. Drohungen und Erpressungen aller Art erreichen kaum ihr Ziel, mit einer Stimme oder zwei minimal. Die Korrelation der Kräfte im Rahmen dieses Ausschusses ist und wird ein Schauplatz mit Nachteilen für Kuba sein.

Während der Präsidentschaft Belgiens gab es Forschritte in den Beziehungen Kubas mit der EU. Man hat mindestens die Wiederherstellung eines politischen Dialoges ohne vorherige Bedingungen geschafft. Während der Präsidentschaft Spaniens gab es keine Forschritte in diesem Zusammenhang; der "gemeinsame Standpunkt", der besonders für Kuba entworfen wurde, ist immer noch das hauptsächliche Hindernis für Vereinbarungen mit der EU.

Wir bestehen beim ICAP darauf, unsere Einrichtungen und Anlagen für die Solidaritätsarbeit zu verbessern. Die Renovierung des Campamento Internacional und der provinziellen Delegationen sind ein Beispiel dafür. Wir arbeiten an unserem Computernetz; es ist noch nicht fertig, aber es hat schon eine wirksamere, reichlichere und schnellere Kommunikation mit den Freunde der ganzen Welt erreicht. Vor Ende des Jahres sollen wir die Webseite des Institutes eröffnen.

Unsere Solidarität der Welt gegenüber wächst und entwickelte sich auch. Mehr als 1300 kubanische Ärzte und Mitarbeiter leisten ihre kostenlosen Dienste in 30 armen und unterentwickelten Ländern Afrikas und Lateinamerikas. Tausende von Studenten aus diesen Länder und sogar einige, die am Rande der Gesellschaft in den USA lebenden Menschen (Studenten), werden in verschiedenen Schulen von unserem Erziehungssystem aufgenommen, vor allem in Medizin. Das menschliche Kapital, das die Revolution geschaffen hat, ist immer in Bereitschaft für die Not der Brüderländer gewesen und es bleibt so.

Freunde, die Kubaner sehen immer mit Optimismus in die Zukunft, ohne die große Schwierigkeiten zu unterschätzen, die wir überwinden müssen. Wir unterschätzen auch nicht die Gefahren, die dieser ungerechter und gewalttätigen Welt drohen. Wir vertrauen unserem Recht, unserem Willen, unserer Einigkeit und unserem Entschluss, unsere Träume um jeden Preis zu verteidigen. Wir wissen, dass wir in unseren Bemühungen mit euch rechnen können.

Vielen Dank.

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