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Powell-Report
ERLÄUTERUNGEN: In
einem 500 Seiten umfassenden Dokument beschreibt die US- Regierung, wie
sie durch Behinderung der kubanischen Außenhandelswirtschaft, durch
Kampagnen zur Drosselung des Kubatourismus, durch subversive Aktionen
in Cuba, Intensivierung internationaler Kampagnen gegen Kuba, Maßnahmen
der Desinformation, durch harte Propagandamaßnahmen und Isolierung
Cubas etc. der kubanischen Ökonomie
einen tödlichen Schlag versetzen will. Die am 1. Mai angekündigten
Maßnahmen verletzen auch die Rechte der Bürger kubanischer
Herkunft mit Wohnsitz in den USA, die von jetzt ab bei Reisen und der
Entsendung ökonomischer Hilfe für ihre Familienangehörigen
in Kuba neuen und drastischen Einschränkungen unterliegen ( bisherige
Höhe dieser familiären Hilfe (remesas): ca. 1 Milliarde US
Dollar/Jahr). Als humanitäres Versprechen stellen die USA die »sofortige
Impfung aller minderjährigen Kinder bis zum fünften Lebensjahr,
die noch gegen die wichtigsten Kinderkrankheiten geimpft werden müssen« in
Aussicht, in Cuba seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit.
Wie dumm ist diese US Regierung eigentlich, verwechselt sie doch hier
Cuba mit all den von ihnen kontrollierten und scheindemokratisierten
Drittweltstaaten, deren Probleme wie Slums, Straßenkinder, Todesschwadronen,
Analphabetentum und mangelhafte medizinische und soziale Betreuung eine
direkte Folge der Unterwerfung und der Abhängigkeit von eben diesen
USA ist. Ferner wollen die USA Programme wie »Pro Demokratie für
Jugendliche, Frauen und Kubaner afrikanischen Ursprungs« finanzieren – ein
ungewöhnliches Ziel, das von einem Land formuliert wird, in dem
es viele Arten von Diskriminierungen und den Ku Klux Klan gibt.
Die kubanische Regierung reagierte mit dem sofortigen Erlass von Notstandsgesetzen
und bat die UNO in dieser für Kuba existentiellen Angelegenheit
dringend um Unterstützung.
Ausführlicherer Annex
Am 6. Mai gab die Regierung
der Vereinigten Staaten von Amerika neue Maßnahmen zur Verschärfung
ihrer ohnehin schon aggressiven und völkerrechtswidrigen Kuba-Politik
bekannt. Schon vor der öffentlichen
Bekanntgabe der Maßnahmen nahm Präsident Bush dazu am Vormittag
des 6. Mai gegenüber der Presse Stellung. Bush bekräftigte
, dass ein zentrales Ziel der US-Politik gegenüber Kuba darin bestehe, »schneller
den Tag herbeizuführen, an dem Kuba ein freies Land ist«.
Und was die Amerikaner darunter verstehen, haben sie zuletzt in Afghanistan,
im Irak und in vielen Ländern Lateinamerikas bewiesen.
Nur wenige Stunden später stellte Roger Noriega, Staatssekretär für
Angelegenheiten der Westlichen Hemisphäre, Ko-Autor des antikubanischen
Helms-Burton-Gesetzes , Einzelheiten eines 500-Seiten- Berichts vor, der dem
Präsidenten der Vereinigten Staaten von der sogenannten Kommission zur
Unterstützung eines freien Kubas am 1. Mai 2004 übergeben worden
war. Eine wichtige Rolle spielten dabei die neuen wirtschaftlichen und politischen
Maßnahmen, mit der Washington gegen Kuba vorgehen will.
Zum Sturz
der kubanischen Regierung werden in dem Dokument die folgenden strategischen
Aufgaben genannt: Verstärkung der Unterstützung
für subversiver Aktionen in Cuba, Intensivierung der internationalen
Kampagnen gegen Kuba, Ausbau von Maßnahmen gegen Cuba, die auf
Subversion und Desinformation abzielen, neue Maßnahmen zur Schädigung
der kubanischen Ökonomie sowie das, was »Untergrabung der
Pläne zur
Fortsetzung des Regimes« genannt wird..
Dem ersten Kapitel, das den neuen Maßnahmen zur Zerschlagung der Revolution
gewidmet ist, ist folgendes zu entnehmen:
- Es werden
59 Millionen Dollar in den kommenden zwei Jahren zur Verfügung gestellt,
um Aktivitäten zur Zerschlagung
des kubanischen Staates zu finanzieren. Dieses Geld soll unter anderem
genutzt werden für:
a) die Schaffung eines internationalen
Fonds für
die Entwicklung der »Zivilgesellschaft« in Kuba. Mit diesem
Fonds soll »freiwilliges« Personal aus Drittländern
gewonnen werden, das nach Cuba reist, um dort subversiv tätig
zu sein.
b) Gemeinsam mit der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS)
soll ein »Stipendienprogramm« geschaffen werden, damit ausgewählte
kubafeindliche Personen an Universitäten in den USA und in Lateinamerika
studieren können.
c) die Finanzierung von Programmen, die die US-Regierung »Pro
Demokratie für Jugendliche, Frauen und Kubaner afrikanischen Ursprungs« nennen – ein
ungewöhnliches Ziel, das von einem Land formuliert wird, in
dem es viele Arten von Diskriminierungen und den Ku Klux Klan gibt.
d) 18
Millionen Dollar sollen für Übertragungen von Fernseh- und
Radiosendungen zu Propaganda- und Subversionszwecken eingesetzt werden. Ausschließlich
zum Zweck dieser Übertragungen soll ein Flugzeug vom Typ C-130 der
US Nationalgarde eingesetzt werden.
e) Aufrechterhaltung und Intensivierung öffentlicher
antikubanischer Kampagnen im Ausland, in denen angebliche Verletzungen der
Menschenrechte in Kuba, »Spionage
gegen andere Länder«, »subversive Handlungen gegen demokratisch
gewählte lateinamerikanische Regierungen« und andere Aktivitäten
angeprangert werden sollen, die eine Bedrohung für die Interessen der
Vereinigten Staaten von Amerika darstellen. Des Weiteren soll die Durchführung
von internationalen Konferenzen oder nationalen Konferenzen in Drittländen
unterstützt werden, deren Aufgabe in der »Verbreitung von Informationen« über
die Politik der USA sowie in der Förderung des »Übergangs« in
Kuba besteht. Für diese internationalen Kampagnen zur Diffamierung Kubas
werden weitere fünf Millionen Dollar zur Verfügung gestellt.
- Einschränkungen von Geldüberweisungen und Paketsendungen
von in den USA lebenden Kubanern an ihre Familienangehörigen in Kuba, wenn
es sich nicht um Großeltern, Enkel, Eltern, Geschwister, Eheleute
oder Kinder handelt. Das heißt, dass seit Anfang des Monats ein Kubaner
mit Wohnsitz in den USA der einzigen Gruppe lateinamerikanischer und karibischer
Emigranten angehört, deren Mitgliedern es fortan verboten ist, einer
alten Tante oder einem anderen nahen Familienangehörigen ökonomische
Hilfe zukommen zu lassen.
- Verbot für Kubaner mit Wohnsitz in den USA, Geldüberweisungen
oder Pakete an ihre Familienangehörigen nach Kuba zu schicken,
wenn diese »Funktionäre der Regierung oder Mitglieder der
Kommunistischen Partei« sind. So müsste etwa eine 70jährige
Mutter auf ihre politischen Rechte verzichten, damit sie eine Geldüberweisung
erhält.
- Kubaner mit Wohnsitz in den USA dürfen künftig nur
noch alle drei Jahre statt wie bisher einmal im Jahr nach Kuba reisen.
Zusätzlich muss entgegen der bis dato geltenden generellen Genehmigung
ab sofort für jede Reise eine gesonderte Erlaubnis eingeholt werden;
direkte Familienangehörige sind dabei ausgenommen. Dazu legt die
Regierung der Vereinigten Staaten fest, wer ab jetzt zur Familie gehört,
nämlich »Großeltern,
Enkel, Eltern, Geschwister, Eheleute und Kinder«. Das heißt
von nun an zählen gemäß Präsident Bush Cousins,
Tanten oder andere nahe stehende Angehörige nicht mehr als Familienmitglieder.
Außerdem wird festgelegt, dass Kubaner, die seit kurzem in den USA leben,
erst drei Jahre nach dem Zeitpunkt ihrer Emigration nach Kuba reisen dürfen.
Während die kubanische Regierung die Besuchsgenehmigungen für
Kuba immer flexibler gestaltet, vervielfachen die Vereinigten Staaten die
Hindernisse.
- Der Geldbetrag, den Kubaner mit Wohnsitz in den USA bei Besuchen
in Kuba ausgegeben dürfen, wird von derzeit 164 Dollar auf 50 Dollar
pro Tag begrenzt..
- Die nordamerikanischen Behörden werden angewiesen, »verdeckte
Operationen« gegen jeden durchzuführen, der für seine
Familienangehörigen
Geld nach Kuba bringt, das von Kubanern mit Wohnsitz in den
USA stammt. Es wird sogar denjenigen Belohnung angeboten, die illegale
Geldzuwendungen an Familien in Kuba verraten.
- Die Restriktionen bei der Vergabe von Genehmigungen für
Bildungsreisen und akademischen Austausch an nordamerikanische Bürger
und Institutionen werden
durch strengere Bestimmungen weiter verschärft. Wir erinnern daran,
dass die Vergabe von Genehmigungen für den sogenannten »Austausch
von Volk zu Volk« von der Bush-Administration bereits eingestellt
worden ist.
- Anfertigung einer gründlichen Studie über die Anwendung
von Teil III des Helms-Burton-Gesetzes. Es soll eingeschätzt
werden, ob sich die darin enthaltenen Bestimmungen gegen die Interessen
der Vereinigten Staaten richten oder ob ihre Anwendung den Sturz der
Kubanischen Revolution beschleunigen kann. Der dritte Teil dieses Gesetzes
ermöglicht
es nordamerikanischen Gerichten faktisch, gegen Unternehmer aus Drittländern,
die mit Kuba Geschäftskontakte unterhalten, juristisch vorzugehen;
diese Bestimmung wurde bislang nicht angewendet.
- Konsequente Anwendung der in Teil IV des Helms-Burton-Gesetzes
festgelegten Sanktionen, die das Verbot zur Ausstellung von Einreisevisa
in die USA für diejenigen beinhalten, die in Kuba investieren.
Zusätzlich sollen für die Anwendung der Bestimmungen des
Helms-Burton-Gesetzes mehr Personal und Ressourcen eingesetzt werden.
- »Neutralisierung« der kubanischen Unternehmen, die
in Zusammenarbeit mit ausländischen Geschäftspartnern Produkte
vertreiben. Zu diesem Zweck wird eigens eine Arbeitsgruppe
eingesetzt, die kubanische und ausländische Unternehmen sowie deren Geschäftsverbindungen
bewerten soll.
- Verstärkung der Anstrengungen zur Einbeziehung von Regierungen
dritter Länder in die Kampagnen gegen die kubanische Revolution.
- Unterstützung von Aktionen in dritten Ländern,
um demotivierend gegen
Touristenreisen nach Kuba zu wirken.
- Beibehaltung der Praxis der Visaverweigerung für kubanische
Funktionäre, die in die USA reisen müssen.
- Im State Department wird eine Koordinierungsstelle für
den politischen Übergang in Kuba geschaffen, die die Durchführung
aller festgelegten Maßnahmen kontrollieren soll.
- Die weiteren fünf Kapitel erörtern die Maßnahmen,
die durch die Regierung der Vereinigten Staaten in Kuba in Kraft gesetzt
werden könnten. Es sei nur ein Beispiel genannt: Eine
der vorgeschlagenen Maßnahmen ist die »sofortige Impfung aller minderjährigen
Kinder bis zum fünften Lebensjahr, die noch gegen die wichtigsten Kinderkrankheiten
geimpft werden müssen. Wie dumm ist diese US Regierung eigentlich, verwechselt
sie doch hier Cuba mit all den von ihnen kontrollierten und schein-demokratisierten
Drittweltstaaten, deren Probleme wie Slums, Straßenkinder, Todesschwadronen,
Analphabetentum und mangelhafte medizinische und soziale Betreuung eine direkte
Folge der Unterwerfung und der Abhängigkeit von eben diesen USA
sind.
- All diese Maßnahmen sind eine flagrante Verletzung der
Menschenrechte von elf Millionen Kubanern, die durch Hunger und Krankheiten
in die Knie gezwungen werden sollen.
- Die am 1. Mai angekündigten Maßnahmen verletzen auch
die Rechte der Bürger kubanischer Herkunft mit Wohnsitz in den
USA, die von jetzt ab bei Reisen und der Entsendung ökonomischer
Hilfe für ihre Familienangehörigen in Kuba neuen und drastischen
Einschränkungen unterliegen ( bisherige Höhe dieser remesas:
ca. 1 Milliarde US Dollar).
- Alle diese Maßnahmen, die Politik
der Vereinigten Staaten in ihrer Gesamtheit, verleugnen offen die wirklichen
Interessen der nordamerikanischen Bevölkerung,
der übergroßen Mehrheit der Kubaner mit Wohnsitz in den USA, der
Mehrheit der Mitglieder des nordamerikanischen Kongresses und von breiten Schichten
des Landes, die sich normale Beziehungen mit Kuba wünschen.
- Besonders erschwerend kommt hinzu, dass diese Maßnahmen gegen
Kuba zu einem Zeitpunkt festgelegt werden, in dem sich die Weltmarktpreise
für Lebensmittel und deren Transport fast verdoppelt haben, während
der Zuckerpreis gerade einmal an die Produktionskosten herankommt und der
für Treibstoff nachhaltig steigt und schon fast die bedrückende
Höhe von 40 Dollar pro Barrel erreicht hat. Zusätzlich wird beabsichtigt,
dem wieder im Aufschwung befindlichen Tourismus einen wirksamen Schlag zu
versetzen und der kubanischen Außenhandelswirtschaft drastisch zu schaden.
Die kubanische Regierung reagierte mit dem sofortigen
Erlass von Notstandsgesetzen genauso prompt wie die innerkubanische Opposition :
Beide geißelten in seltener Einmütigkeit die Pläne aus
Washington als unzulässige Einmischung. Die wichtigsten Führer
der Opposition, die künftig 36 Millionen Dollar jährlich erhalten
soll, verurteilten den Plan: Eloy Gutiérrez Menoyo etwa sagte,
die Pläne beförderten keinesfalls den Aufbau der Demokratie
in Kuba. Sein Kollege Oswaldo Payá sagte: "Wir akzeptieren
nicht, dass irgendjemand von außen, sei es aus den USA, aus Europa
oder sonst woher, den Versuch unternimmt, den kubanischen Übergangsprozess
zu bestimmen oder sich gar selbst zum Akteur machen zu wollen. Es kommt
den Kubanern zu, die Veränderungen vorzunehmen."
Die
kubanische Regierung gab am 10. Mai um 16 Uhr folgende Maßnahmen
bekannt:
- Vorläufig wird der
Verkauf in den Devisengeschäften
mit Ausnahme von Lebensmitteln und Kosmetikartikeln für die persönliche
Hygiene eingestellt. Wir werden an erster Stelle die Güter und Dienstleistungen
absichern, die ohne Privilegien irgendeiner Art die gesamte Bevölkerung
des Landes erhalten soll.
- Die Preise der normierten
und staatlich gestützten
Produkte, die allen Bürgern zugewiesen werden, werden vollkommen
gleich bleiben.
- Die sich in Entwicklung befindlichen
Programme des öffentlichen Gesundheitswesens werden unantastbar
bleiben.
- Die begonnenen Bildungsprogramme, einschließlich
des Imbisses und der Schulverpflegung, werden nicht im Geringsten verändert
oder eingestellt, sie werden erweitert werden.
- Die
Kultur als Hauptteil der Lebensqualität
unseres Volkes wird seine jetzige außergewöhnliche Entwicklung
weiter fortsetzen und die Herausbildung einer integralen Allgemeinbildung
für alle Bürger wird nicht eine Sekunde zum Stillstand kommen.
- Die Programme zur Universalisierung der Hochschulbildung
werden fortgesetzt und alle Ecken des Landes erreichen.
- Die
Arbeitslosigkeit wird unter 2,5% der erwerbsfähigen
Bevölkerung bleiben.
- Die Wechselbanken des
kubanischen Banksystems (CADECAs) werden mit ihrer gewohnten Zuverlässigkeit
und Effizienz weiterarbeiten.
- Der jetzige Wechselkurs
des kubanischen Peso, des konvertierbaren Peso und des Dollar werden
unverändert bleiben.
- Alle von den Bürgern
in den Banken aufbewahrten Geldmittel, sowohl kubanische Pesos,
konvertierbare Pesos und Dollar und die entsprechenden Zinsen werden
vollkommen gewährleistet.
- Die Bauernmärkte,
auf denen die Landwirte ihre Erzeugnisse zu freien Preisen verkaufen,
und die staatlichen Märkte
für landwirtschaftliche Produkte werden gemäß denselben bis
jetzt angewendeten Bestimmungen weiterarbeiten.
- Im
Bergbau sind die Nickel- und Kobaltproduktion und die Erdöl- und
Erdgasprospektion zu erhöhen, und zwar in
den am besten erforschten und sichersten Gebieten und durch Anwendung von
neuen Fördertechniken bis zur Erreichung der Selbstversorgung.
- Bei
den wirtschaftlichen Investitionen ist das folgende Prinzip anzuwenden:
absolute Priorität für diejenigen
mit der schnellstmöglichen Amortisierung und dem größten
unmittelbaren Nutzen.
- In der Landwirtschaft haben
die Exporterzeugnisse und die geordnete Lebensmittelproduktion Vorrang,
und zwar bei mehr Anwendung von Zugtieren, geringerem Aufwand an
importiertem Input und geringerem Kraftstoffaufwand.
- Rationelle und optimale Verwendung
der durch die Umstrukturierung der Zuckerindustrie frei gewordenen
ehemaligen Zuckerrohrländereien.
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