DOKUMENTIERT
Aus
dem Bundesgefängnis in Georgia, USA erreichte die
Rosa-Luxemburg-Konferenz 2012 diese Botschaft der inhaftierten Kubaner
Antonio Guerrero, René González, Gerardo Hernández, Fernando González
und Ramón Labñino Salazar, bekannt als »Cuban Five«:
Liebe Genossinnen und Genossen,
die
Welt, in der wir heute leben, unterscheidet sich nicht sehr von der,
die in der Zeit unserer geliebten Rosa Luxemburg existiert hat.
Der
Imperialismus in seiner letzten und finalen Phase überfällt weiter
unsere Völker und überzieht sie mit furchtbaren Kriegen, deren einziges
Ziel es ist, Gebiete zu besetzen, um wichtige Naturressourcen zu
kontrollieren und mit der Ausrottung des Planeten und der Existenz der
menschlichen Gattung fortzufahren. Die von der Habsucht des Kapitals
verursachte globale Erwärmung nimmt zu. Ebenso nehmen der Hunger, die
Krankheiten und auch die sozialen und territorialen Ungerechtigkeiten
zu.
Die
zyklischen Krisen des Kapitalismus werden immer häufiger,
tiefgreifender und länger. So war es in der jüngsten internationalen
Banken- und Finanzkrise, die ganze Nationen zerstört, und zwar immer die
ärmsten, die Regierungen ändert – obwohl an deren Spitze die selben
Politiker stehen, die die Unternehmen und Großkonzerne beschützen -, und
die die gesamte Last der Schulden und der Habgier der Reichen auf die
Arbeiter und Unterdrückten ablädt. Aber das Schlimmste ist, daß es immer
wenige Auswege aus diesen Krisen gibt, so daß der Tag kommen wird, an
dem der Imperialismus, um seine Herrschaft zu verewigen, zu seiner
extremen faschistischen Phase zurückkehren wird, um eine oberste
Weltregierung zu schaffen, die alle anderen Wesen des Planeten in
Sklaverei hält. Das ist fast die einzige Option, die ihnen noch bleibt,
und die wir in ihrem gegenwärtigen kriegerischen Vorgehen bereits
erkennen können.
Zum
Glück wächst auch die Hoffnung. Die sozialen Bewegungen wachsen,
darunter die Gruppen der »Empörten«, die »Occupy Wall Street«-Bewegung
und alle unsere Völker, die in der einen oder anderen Weise Wege suchen,
die Anstrengungen der 99 Prozent der Menschheit zu befördern.
Wir
müssen uns besser organisieren und standfestere und entschlossenere
Führungspersönlichkeiten haben. Wir müssen uns ein Arbeitsprogramm
geben, unsere feste und unerschütterliche Einheit schaffen und dort, wo
es in einigen Fällen und Ländern möglich ist, dafür sorgen, daß diese
sozialen Bewegungen zu Parteien oder politischen Kräften werden, die in
der Lage sind, die Wahlen zu gewinnen, damit die Macht der großen
Mehrheit der Unterdrückten, die den Planeten bevölkern, dient, und nicht
mehr dem Kapital.
Es
ist die Stimme von Rosa, die uns vorantreibt und uns heute mehr denn je
Orientierung gibt: Nur der Sozialismus wird uns vor der Barbarei
retten!
In
unserem Lateinamerika erleben wir mit der Schaffung der CELAC
(Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik) wirklich
umwälzende historische Augenblicke. Diese Organisation läßt sich
gestützt auf Brüderlichkeit, Solidarität und Zusammenarbeit von
Beziehungen leiten, die die Differenzen, die nationale Souveränität und
die Unabhängigkeit respektieren.
Dies
ist unsere bescheidene Ehrung für die Frau, die ihr Leben für diese
bessere Welt gegeben hat, die wir alle so sehr brauchen, und die uns
heute in diesem Saal zusammengebracht hat.
Aus
den Gefängnissen der USA, in denen sie uns ungerechtfertigt
gefangenhalten, senden Euch eure fünf kubanischen Brüder die den Ruf und
das Beispiel von Rosa Luxemburg bewundern und ehrenvoll verteidigen,
unsere Herzlichkeit und Zuneigung.
Gemeinsam werden wir siegen!
Fünf ewige Umarmungen!
Antonio Guerrero
René González
Gerardo Hernández
Fernando González
Ramón Labñino Salazar